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Reiseknigge

Pilgern ist wieder modern

Pilgern: Der Weg zum Ziel ist das Ziel
Pilgern: Der Weg zum Ziel ist das Ziel

Das Wort pilgern stammt von dem lateinischen Wort peregrinus. Es bedeutet in der Fremde sein. Genau das macht der Pilger, er begibt sich auf den Weg zu einem heiligen Ort oder Grab in der Fremde – meist zu Fuß, aber heute auch mit dem Fahrrad. Die Gründe für das Pilgern wandelten sich mit der Zeit. In den Anfängen der Christenheit war es Jerusalem, der Ort an dem Jesus wirkte und starb.

Später wurde auch Rom mit dem Petersdom und der Residenz des Papstes ein wichtiges Pilgerziel. Dann kamen Wallfahrtskirchen in vielen Ländern hinzu, an denen sterbliche Überreste von Heiligen ruhen. Es entstand ein regelrechter Wettbewerb unter den Städten, wer die wichtigsten Reliquien aufzuweisen hatte. Das bekannteste Pilgerziel war und ist sicherlich das in Spanien gelegene Santiago de Compostela mit dem Grab Jakobus des Älteren.

Auch heute fasziniert Pilgern immer mehr Menschen. Unterwegs zu sein in der Natur, nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, ist gerade für viele gestresste Großstädter eine Herausforderung. Es ist auch der Weg zur inneren Einkehr. Denn das Wandern mit schwerem Gepäck von Herberge zu Herberge führt den Pilger auch an die Grenzen der eigenen körperlichen Belastbarkeit. Die Gemeinschaft mit anderen Pilgern, die in der gleichen Situation sind, empfinden viele als Bereicherung. Im Unterwegs sein, liegt auch eine Chance, einmal die Sorgen des Alltags hinter sich zu lassen. In

Norddeutschland können Pilger unter anderem auf der Via Baltica von Usedom über Greifswald, Rostock und Wismar nach Lübeck und durch Hamburg, Bremen mit dem Ziel Osnabrück, insgesamt 770 km wandern.

Hamburg ist schon immer für Pilger aus dem Norden ein wichtiger Knotenpunkt gewesen. Hier gibt es Herbergen, hier kann man Landsleute treffen und schließlich gibt es hier einen Übergang über die Elbe. Mitten in der Stadt gelegen ist es vor allem die Jacobikirche, die als Zentrum der Santiagopilger galt und gilt. Ein Pilgerwegweiser weist auf diese Tradition hin. Seit November 2008 gibt es hier auch einen Pilgerpastor. Er versucht, Kontakte zu den skandinavischen Pilgergruppen zu knüpfen und begrüßt Gruppen, die in Hamburg ankommen. Gleichzeitig organisiert er Pilgerwanderungen in den Norden. In Norddeutschland kann man mit einem Pilgerausweis der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft oder dem des Hamburger Pilgerpastors Bernd Lohse von Pilgerherberge zu Pilgerherberge gehen.

Pilgerherbergen haben oft einen besonderen Stempel. Auch in der Hamburger Jakobikirche kann man am Kirchentresen einen Ausweis bekommen und seine Ankunft mit einem Stempel dokumentieren. Der Pilgerausweis kann bei der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft gegen eine Spende angefordert werden. Er berechtigt unter anderem zur Übernachtung in den von den Jakobusgesellschaften ausgezeichneten Herbergen und Privatquartieren gegen eine Spende von etwa Euro 3,– bis 5,– in allen europäischen Ländern. Die Anmeldung muss mindestens zwei Tage im voraus erfolgen. Pilger, die zu Fuß unterwegs sind, haben Vorrang auf einen Quartiersplatz vor Fahrradpilgern. Es wird jeweils nur Unterkunft für eine Nacht gewährt. Die Herbergen stempeln den Aufenthalt im Pilgerpass ab. Auf eine private Initiative geht der Hamburger Pilgerstammtisch zurück. Er ist Anlaufstelle für alle Menschen aus Hamburg und Umgebung. Hier bekommt man Rat und Tipps von erfahrenen Pilgern. Der Pilgerstammtisch trifft sich einmal im Monat im Café SternChance. Wer interessiert ist, meldet sich bei Michaela Gercke, pilgern@gmx-topmail.de.

Darüber hinaus hat die evangelische Kirche in Hamburg in ihrem Internetportal www.kirche-hamburg.de einen Service für Pilger eingerichtet. Unter www.pilgern-hamburg.de erfahren Freunde des Pilgerns alles über Jakobswege in Norddeutschland, lokale Pilgertreffen und die passende Ausrüstung für Pilgerwanderungen. Im Terminkalender gibt es einen Überblick über Tagestouren sowie aktuelle Treffen in Hamburg und Umgebung.

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